Volkswagen Magazin

MEHR ERFAHREN

» Fahren ist Freiheit. «

Seit 87 Jahren baut die Frauscher Bootswerft in Österreich Boote für höchste Ansprüche. Beim Werftbesuch erklärt Firmenchef Stefan Frauscher, was einen echten Wassermann ausmacht. Und warum der neue Touareg das optimale Fahrzeug für ihn ist. 

Text Jochen Förster
Fotos Bernhard Huber

Die gusseiserne Bandsäge links in der Ecke vor dem Chefbüro fällt erstmal kaum auf, und doch erzählt sie mehr über Wesen und Werden der Frauschers als 1000 Boote.

Großvater Engelbert schaffte sie einst zur Firmengründung an. Damals noch in Wien, im Jahr 1927. Als die Stadt im Zweiten Weltkrieg besetzt wurde, vergrub Engelbert die Säge sicherheitshalber tief im Boden des Wienerwalds. Ein paar Monate später, als sich die Lage halbwegs beruhigt hatte, grub er sie wieder aus, unversehrt, und nahm sie mit an den Traunsee, um dort eine kleine Werft direkt am See zu errichten. Bis 2011 versah die schwarze Bandsäge dort ihren Dienst. In der hochmodernen, in Kooperation mit Porsche Consulting entwickelten Werft im nahen Ohlsdorf hat sie nun ihren Ehrenplatz in der Chefetage.

 

Die Erfolgsgeschichte der oberösterreichischen Bootswerft Frauscher ist eine Geschichte von Qualität und Leidenschaft. Selbst unter jener Handvoll europäischer Hersteller, die fürs Spitzensegment produzieren, gelten die Frauschers vom Traunsee als Spezialisten für besondere Ansprüche. Alle ihre Boote sind von Hand gefertigte Auftragsarbeiten, zu ihren Kunden zählen illlustre Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Society. Vor allem aber verkörpert die Familie selbst mit Haut und Haar jene Leidenschaft fürs Fahrerlebnis, die aus einem guten Bootsbauer erst einen außergewöhnlichen macht.

Die gusseiserne Säge von 1927 erinnert daran, dass Bootsbau am Traunsee mehr bedeutet als reines Handwerk.

Ein typischer Arbeitstag im Herbst. In der vor zwei Jahren errichteten, zwölf Meter hohen, 3000 Quadratmeter großen Werfthalle arbeiten rund 40 Mitarbeiter an rund 20 Bootsrümpfen. Verkleidungen werden verschraubt, Nähte laminiert, Kabel verbunden. Die meisten der Mitarbeiter sind gelernte Tischler, sie fügen Teile zusammen, jeder hier könnte prinzipiell jedes Boot auch allein bauen. Die Zuarbeiten erledigen ausschließlich Handwerker der Region. „Das Teakholz und die Edelstahl-Applikationen beziehen wir aus dem Nachbarsdorf, die Glasfaserkomponenten aus Südtirol“, erzählt Stefan Frauscher, der das Unternehmen gemeinsam mit seinem Bruder Michael und seiner Cousine Andrea leitet. Nur die Dieselmotoren kommen von weiter her, aus dem Volkswagen Werk in Wolfsburg. Die Frauscher Werft ist eine echte Manufaktur, hier wird alles von Hand zusammengefügt. Von den besten Leuten. Mit den besten Zutaten. Daher die Qualität.

 

Stefan Frauscher mag vom Sternzeichen her Waage sein, vom Wesen her ist er der reinste Wassermann. Seit er mit sechs den Segelschein machte, vergeht kaum ein Tag, an dem er nicht rausfährt. Sein Vater Hans wurde Segel-Weltmeister in der H-Boot-Klasse, er selbst tat es ihm im Jahr 2002 nach. Im Jahr zuvor verlor er eine Fingerkuppe, als ihm im Winter beim Wässern ein Frauscher-Boot aus der Halterung glitt und auf die Hände fiel. “Nicht weiter schlimm”, sagt er heute. “Sowas gehört halt dazu.”

» Teakholz und Edelstahl-Applikationen beziehen wir aus dem Nachbars­dorf. «

Stefan Frauscher

 

Bei Frauscher wird jedes Bootsteil von Hand bearbeitet und montiert.

Seit 1998 führt der 48-Jährige den Familienbetrieb gemeinsam mit Michael und Andrea. Der Jahresetat liegt inzwischen bei rund zehn Millionen Euro, vor zwei Jahren eröffnete die Frauscher-Bootswerft eine Dépendance auf Mallorca. Segeln mag Stefan Frauschers Passion sein – der Großteil seiner rund 80 verkauften Boote pro Jahr sind längst Motorboote, darunter inzwischen zahlreiche mit Elekromotor.

Der Touareg samt Anhänger nahe Gmunden, im Hintergrund Traunsee und Traunstein.

Allerdings nicht diese 858 Fantom, die um die Mittagszeit am Anleger in Gmunden auf uns wartet. Stefan Frauscher macht das 430-PS-Motorboot startklar, er legt selbst Hand an, man merkt, er tut das oft. Motorbootfahren ist einfach, aber bei der 858 Fantom sehr, sehr effektiv. Ich drücke den Gashebel auf Anschlag, und binnen Sekunden rasen, nein fliegen wir mit nahezu 100 Sachen über den Seespiegel. Der Motor klingt satt und energisch, die TRIM-Funktion hebt die Nase noch ein bisserl mehr aus dem Wasser, das erhöht das Fluggefühl und spart Sprit. Die Wolkendecke reißt auf, das sensationelle Alpenpanorama erhält Konturen. „Ich habe zwei große Lieben”, sagt Stefan Frauscher, Vater zweier Töchter. „Meine Familie. Und das Bootsfahren. Ob auf dem See oder auf offener See – wenn ich hinterm Steuer stehe, ist aller Alltag wie weggeblasen. Fahren ist Freiheit für mich.”

Traunsee

Mit bis zu 191 Metern ist der Traunsee Österreichs tiefster See. Er liegt in der oberösterreichischen Ferienregion Salzkammergut, ca. 75 Kilometer östlich von Salzburg. Im Südwesten erhebt sich das Höllengebirge mit dem Feuerkogel und den Langbathseen, im Südosten das Tote Gebirge mit dem Offensee. Bei einer Länge von zwölf und Breite von drei Kilometern umfasst der See eine Fläche von 24,4 km².

Die Besonderheit der Frauscher-Boote liegt neben der Verarbeitung im Design, das Sportlichkeit und Klassizität in sich vereinigt. Teakholzelemente ergänzen sich mit dynamischen Konturen und modernen Materialien. „Wir sprechen Kunden an, die voll im Leben stehen”, sagt Frauscher. Erfolgreiche Performer in der Mitte des Lebens, so ungefähr umschreibt er das Sinus-Milieu. Seine Modelle kosten neu ab 40.000 (E-Boote) beziehungsweise 80.000 (Motorboote) und je nach Ausstattung bis zu 400.000 Euro.

Stefan Frauscher liefert seine Maßanfertigungen nach Möglichkeit selbst aus. Zudem ist er mit ihnen regelmäßig auf dem Weg zu Messen in ganz Europa unterwegs, soeben war er in St. Tropez und Düsseldorf. Jahrelang fuhr er einen Phaeton, seit einem Jahr ist der Touareg das Zugpferd seiner Wahl. „Ich schätze den flexiblen Allrad-Antrieb, damit komme ich auch mit tonnenschwerer Anhängerlast und in steilem Gelände jeden Berg hinauf”, erzählt er. „Und nicht zuletzt macht der Touareg auch ohne Anhänger eine sehr gute Figur. Sportlich, kraftvoll, zuverlässig. So etwas schätze ich sehr. Und der neue Touareg strahlt noch eine Spur mehr Eleganz aus als der Vorgänger.”

 

» Ich habe zwei große Lieben. Meine Familie. Und das Bootsfahren. «

Stefan Frauscher

 

Es ist mittlerweile Nachmittag, als wir zur Testfahrt mit dem neuen Touareg aufbrechen. Wir haben steiles Gelände und eine Frauscher 858 Fantom auf dem Anhänger als verschärfte Testbedingungen gewählt. Das Wetter spielt Indian Summer, Auto und Fahrer sind sich auf Anhieb vertraut. Der neue Touareg ist eine Weiterentwicklung des Touareg II mit frischem Design, zahlreichen Ausstattungs-Highlights und effektiveren Motoren. Im Innenraum unseres Touareg fallen die Nappaleder-Sitze in Corn Silk Beige und das Edelholz-Dekor „Ebony“ sofort ins Auge.
Den Weg hinauf zur Lainaubrücke meistern die 250 kW des V8-TDI-Motors schon fast spielerisch. Oben angekommen, öffnet sich erneut das grandiose Alpenpanorama mit Blick auf Traunsee, Traunstein und Feuerkogel. Wir steigen aus. Stefan Frauscher sagt: „Ein Boot, ein Auto, das Wasser, die Berge. Braucht ein Mensch mehr?

Der Touareg in Zahlen

Motorisierung: 250 kW (340 PS) V8 TDI
Getriebe: 8-Gang-Automatikgetriebe
Verbrauch: 9,1 l (kombiniert)
CO₂-Emission in g/km: 239
Beschleunigung (von 0 auf 100): 5,8 sek
Höchstgeschwindigkeit: 242 km/h
Leergewicht: 2297 kg
Abmessung: Länge: 4801 mm; Breite: 1940 mm; Höhe: 1709 mm
Kofferraum:
697 - 1.642 l
Auswahl der serienmäßigen Highlights (V8 TDI): Multikollisionsbremse, Leichmetallräder; Bi-Xenon-Scheinwerfer mit Kurvenfahrlicht und LED-Tagfahrlicht

 

Weitere Motorisierungen: 150 kW (204 PS) V6 TDI 4MOTION; 193 kW (262) V6 TDI 4MOTION; 193 kW (262) V6 TDI 4MOTION „Terrain Tech“

 

Preis:
Touareg Mountain ab EUR 51.940,–

Touareg Sky ab EUR 65.940,–
Austattungshighlights: Panoramaausstell-/
Schiebedach, Bi-Xenon-Scheinwerfer
mit Kurvenfahrlicht und LEDTagfahrlicht,
Licht- und Sicht-Paket,
„Dynamic Light Assist“

Touareg Sport ab EUR 75.700,–
Austattungshighlights: sportliches
Styling durch R-Line-Ausstattung,
Navigationssystem „RNS 850“, Lederausstattung,
20-Zoll-Leichtmetallräder

» Der neue Touareg strahlt noch eine Spur mehr Eleganz aus. «

Stefan Frauscher