Volkswagen Magazin

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die wahr gewordene vision.

Der neue Passat durchbricht die bekannten Grenzen der Mittelklasse. Mehr Design, mehr Komfort, weniger Schnörkel.

Text Gabriel Reiß
Fotos Florian Stürzenbaum/Stefan Wascher

Ohne den Lack auch nur ein einziges Mal zu berühren, streicht er mit der Hand geradezu zärtlich über die Karosserie. „Mit dem neuen Passat wollten wir einen formalen Klassensprung schaffen“, sagt er. „Unser Anspruch war es, das Potenzial dieses Fahrzeuges hin zu einer Business-Limousine gestalterisch herauszuarbeiten. Mir war es dabei wichtig, signifikante Designthemen zu entwickeln, die Souveränität und optische Präsenz ausstrahlen und die kraftvolle Sportlichkeit des neuen Passat expressiv zum Ausdruck bringen.“ Klaus Bischoff ist Chefdesigner von Volkswagen und war sich der Verantwortung bewusst, die er mit seiner Arbeit an der achten Generation des Passat übernahm. „Der Passat ist ein ganz eigenes automobiles Statement“, weiß er und spielt darauf an, dass der Passat mit all seinen Derivaten, nach 22 Millionen gebauten Fahrzeugen, zu den erfolgreichsten Fahrzeugen von Volkswagen zählt. „Unsere Kunden erwarten als langjährige Passat Fahrer, dass wir Bewährtes tradieren und gleichzeitig ein Fenster aufstoßen. Das ist die Kunst“, ist der 52 Jahre alte Chefdesigner überzeugt. Darum ist es, „einen in mehr als 40 Jahren so erfolgreich verkauften Wagen zu verfeinern, zu verbessern, neu zu erfinden und dessen Geschichte fortzuschreiben ungleich schwieriger, als einfach alles zu ändern.“

FRONT ASSIST MIT CITYNOTBREMSFUNKTION

Der bremst, wenn eine Kollision droht: Wenn man mit höherer Geschwindigkeit auf Autobahnen oder Landstraßen unterwegs ist, warnt dieser Helfer vor zu dichtem Auffahren oder bremst, wenn ein Auffahrunfall droht. In der Stadt erfüllt diese Aufgaben die City-Notbremsfunktion. Sie erkennt und reagiert auf Fahrzeuge wie auch – das ist neu im Passat – auf Fußgänger. Wenn also ein Erwachsener auf die Fahrbahn tritt oder ein Kind seinem Fußball hinterherläuft, ohne auf den Verkehr zu achten, hilft dieser wache Beifahrer mit dem eigenen Bremspedal, den Unfall zu vermeiden.

Leichter und sparsamer.

Klaus Bischoff hat es geschafft, den neuen Passat so zu zeichnen, dass man ihn sofort als Passat erkennt, auch wenn er ein vollkommen neues Fahrzeug ist. Denn zum ersten Mal nutzt der Passat den modularen Querbaukasten, wird dadurch um bis zu 85 Kilogramm leichter, verbraucht um bis zu 20 Prozent weniger Sprit, hat mehr Platz im Innenraum, und das obwohl er in der achten Generation kürzer ist als sein Vorgänger. Obschon er sogar deutlich größer aussieht. Diesen Spagat zu schaffen ist nicht nur der Designkunst von Klaus Bischoff und dessen Team zu verdanken, sondern auch den Ingenieuren von Volkswagen. Denn obwohl der neue Passat um zwei Millimeter kürzer wurde, verlängerte sich der Radstand um 79 Millimeter. Dadurch wurden die Überhänge kürzer. Gemeinsam mit der abgesenkten Motorhaube – die realisierbar wurde, weil der Motor im Passat, für einen besseren Schwerpunkt, weiter nach hinten gedreht eingebaut wurde – und der nach hinten versetzten Passagierkabine steht der Passat satt und breit auf der Straße wie eine Limousine der Oberklasse.

» Der Passat ist ein ganz eigenes automobiles Statement. «

Klaus Bischoff, Chefdesigner Volkswagen

TRAILER ASSIST

Der parkt mit Hänger ein: Wer mit Anhänger oder Wohnwagen rückwärts einparken will, weiß, was das für eine Herausforderung sein kann. Viel einfacher wird es durch den Anhänger- Rangierassistenten. Der Fahrer hält an geeigneter Stelle an, legt den Rückwärtsgang ein und schaltet den Assistenten zu. Der Spiegeleinstellschalter wird dann zum Joystick und der Fahrer stellt dort die gewünschte Fahrtrichtung ein. Dann noch Gas geben und die Bremse bedienen. Den Rest erledigt der Assistent und führt das Gespann sicher ins Ziel.

länge läuft.

Der große Wurf hinter dem neuen Passat ist also der verlängerte Radstand. Er wirkt aber nicht nur optisch. „Länge läuft“, wie der Fahrtechniker sagt und damit auf den Komfortgewinn anspielt, den man gerade bei langen Fahrten besonders intensiv merkt. Aber der neuen Geometrie ist noch mehr zu verdanken: nämlich mehr Platz im Innenraum trotz weniger Wagenlänge – mehr als 20 Liter Gepäck fasst die Limousine nun mehr als der Vorgänger. Beim Variant sind es sogar fast 50 Liter. Und obwohl der Passat fl acher wurde, bietet er nun mehr Kopffreiheit. Ein Kunststück eigentlich.

Wie auch das neue 2.0 TDI BiTurbo- Aggregat eines ist. Dank Biturbo-Aufladung schafft es der Vierzylinder-Diesel, aus nur zwei Litern Hubraum eine Leistung von satten 240 PS zu lukrieren – und ein Drehmoment von bis zu 500 Nm. Das bei einem Verbrauch von schon fast unglaublichen 5,3 Litern Diesel laut Normverbrauch beim Passat Variant. Kurz nach der Einführung wird man beim Passat aus 8 neu entwickelten TSI- und TDI-Motoren wählen können. Und auch einen Plug-in Hybrid, den GTE, wird es 2015 geben. Rein elektrisch angetrieben wird er eine Reichweite von bis zu 50 Kilometern schaffen, bevor der Verbrennungsmotor zur Unterstützung ein- und anspringt. Damit unterstreicht Volkswagen ein weiteres Mal die Vorreiterrolle, die das Unternehmen mit dem Passat in der Mittelklasse übernimmt.

Der Passat in Zahlen

Zur Markteinführung
bestellbare Motorisierungen:


Motorisierung:
1.4 l TSI 92 kW/125 PS
1.6 l TDI 88 kW/120 PS
2.0 l TDI 110 kW/150 PS
2.0 l TDI 140 kW/190 PS SCR
2.0 l TDI 140 kW/190 PS SCR 4MOTION
2.0 l TDI 176 kW/240 PS SCR 4MOTION
Getriebe:
6-Gang-Schaltgetriebe
6-Gang- und 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe DSG

Verbrauch (kombiniert):
4,0 – 5,4 l/100 km
CO2-Emission in g/km (kombiniert):
106 – 140 g/km
Höchstgeschwindigkeit (176 kW BiTurbo):
238 km/h (Variant)
240 km/h (Limousine)
Leergewicht:
1.394 – 1.735 kg (Variant)
1.367 – 1.721 kg (Limousine)
Kofferraum:
650 – 1.780 l (Variant)
586 – 1.152 l (Limousine)

Abmessung:
Länge: 4.767 mm
Breite: 1.832 mm
Breite inkl. Außenspiegel: 2.083 mm
Höhe Variant: 1.477 mm
Höhe Limousine 1.456 mm

Ausstattungshighlights (modellabhängig)
3-Zonen-Klimaanlage „Climatronic“,
Automatische Distanzregelung ACC,
ergoComfort Sitz, Rückleuchten in LEDTechnik, Umfeldbeobachtungssystem
„Front Assist“ inkl. City-Notbremsfunktion
Preis:
ab EUR 29.240,–

EMERGENCY ASSIST

Der rettet im Notfall: Wenn der Fahrer nicht mehr lenkt, beschleunigt oder bremst, sei es durch Schwindel, Schlaf oder einem medizinischen Notfall, greift der Helfer ein. Er hält dann das Fahrzeug sicher in der Spur und kann einen Auffahrunfall verhindern. Er schaltet die Warnblinkanlage ein, verringert die Geschwindigkeit und bringt den Wagen schließlich auf dem eigenen Fahrstreifen zum Stillstand.

vorreiter seit jeher.

In dieser Rolle ist der Passat aber bereits geübt. Denn schon der erste Passat, der im Frühjahr 1973 auf den Markt kam, änderte alles. Er führte etwa den Frontantrieb bei Volkswagen in der Mittelklasse ein, brachte damit mehr Sicherheit in den mobilen Alltag. Heute macht das der B8, wie die achte Generation des Passat intern heißt, mit einzigartigen Assistenzsystemen. So erkennt der Front Assist mit City- Notbremsfunktion erstmals nicht nur Fahrzeuge, sondern auch Fußgänger. Die Umgebungsansicht „Area-View“ erzeugt mittels 4 Kameras u. a. eine 360-Grad-Rundumsicht, die im Display der Mittelkonsole angezeigt wird. Weltpremieren bei den Sicherheitssystemen sind der „Trailer Assist“, der beim Rangieren mit dem Anhänger hilft, und der „Emergency Assist“. Eine Premiere im Passat hat der Stauassistent, der durch die Kombination aus dem Spurhalte- Assistenten „Lane Assist“ und der Automatischen Distanzregelung ACC sicher durch den nervenaufreibendsten Stau führt. Der „Emergency Assist“ übernimmt sogar vollständig die Kontrolle über den Passat, wenn er erkennt, dass der Fahrer fahruntüchtig geworden ist, und bringt das Fahrzeug sicher zum Stillstand.

Die scharfe Tornadolinie an der Seite des Fahrzeugs beginnt bei den vorderen Scheinwerfern und endet nach dem hinteren Seitenfenster.

STAUASSISTENT

Der lenkt, bremst und beschleunigt im Stop-and-go-Verkehr: Dieser Helfer verbindet den Spurhalteassistenten mit dem Assistenten „Area View“, der den richtigen Abstand hält – auch wenn man im Stau steckt oder sich durch den Stadtverkehr müht. Spur halten, bremsen und Gas geben erfolgen dann automatisch. Der Fahrer muss aber die Hände am Lenkrad haben, damit er jederzeit ins Verkehrsgeschehen eingreifen kann.

active info display.

Zum ersten Mal in einem Volkswagen verfügt der Passat über das Active Info Display (optional). Das 12,3 Zoll große Display, das alle möglichen Fahrzeug-, Navigations- oder Entertainment- Informationen individuell hinter dem Lenkrad darstellen kann, ist nicht nur das erste bei Volkswagen, sondern das erste in der gesamten Klasse.

bringt aber auch das Head-up-Display (setzt voraussichtlich Ende 2015 ein), das die wichtigsten Informationen direkt auf die Windschutzscheibe projiziert.

Egal von wo man sich dem neuen Passat nähert, ob man sich das Design, die Technik oder das Komfortangebot anschaut, dieser Wagen defi niert die Mittelklasse komplett neu, ohne vor den Kopf zu stoßen.