Volkswagen Magazin

BESSER LEBEN

Schnecken, Grammeln & Gelber Muskateller.

Kaum ist der neue Sharan da, starten wir mit ihm zu einer önologischen Einkaufstour, an deren Ende ein steirischer Hochgenuss in der Saziani Stub’n steht.

Text Gabriel Hertnix
Fotos Erich Reismann
Albert und Anna Neumeister haben selbst auch nicht verlernt, das Leben zu genießen.

Saziani Stub‘n

Familie Neumeister
8345 Straden 42
Telefon +43 3473 8651
E-Mail: saziani@neumeister.cc

Es ist diese Mischung aus traditionellen Werten und neuester Technik, die uns am Sharan so begeistert. Da haben wir auf der einen Seite den Komfort, die Langstreckentauglichkeit und natürlich das großzügige Raumangebot. Radio „Composition Media“. Das heißt, wir verknüpfen im neuen Sharan direkt das Ladevolumen mit den Adressen der bes-ten Winzer Österreichs und freuen uns über die enorme Reichweite des Vans.Denn im neuen Sharan sind die meisten Motoren stärker, alle aber auch deutlich sparsamer geworden. Um 14,5 Prozent braucht unser 2.0 TDI dank des neuen Euro-6-Motors, Segelfunktion und Start-Stopp-Automatik jetzt weniger als sein Vorgänger. Gleichzeitig passen aber bis zu 2.430 Liter Gepäck ins Heck. Da macht es gar nichts, dass man diese Menge nicht eins zu eins in Wein einladen kann, weil die Winzer ja darauf bestehen, ihre edlen Tropfen in Flaschen zu füllen, die sie dann in Kartons verpacken. Aber die Jahresration Wein einer siebenköpfigen Familie mit dem Hang zu ausladenden Weihnachts-, Silvester- und Geburtstagsfeiern schafft der Sharan locker. Und so starten wir in der Wachau, fahren über das Weinviertel, Wien und das Burgenland bis in die Südsteiermark. Wir schlagen einen önologischen Haken, wenn man so möchte. Als wir beim Höhepunkt der Reise ankommen und den Sharan bei der Familie Neumeister, vor der Saziani Stub’n parken, ist der Kofferraum ein abgefülltes Lexikon heimischer Spitzenweine. Hier liegen Bouteillen vom Scheiblhofer und Wieninger neben jenen vom F.X. Pichler und Bründlmayer.

Südoststeiermark.

Ein Winzername, bei dem Weinkenner gleich mit der Zunge zu schnalzen beginnen, ist Neumeister. Inzwischen haben sich die Söhne des Weinguts angenommen, während sich die Eltern, Anna und Albert Neumeister, besonders liebevoll um die Gäste in der Saziani Stub’n kümmern. Saziani, das ist der Name des Hügels, auf dem das verträumte Häuschen in Straden steht. Weit reicht hier der Blick, bis nach Slowenien, über das steirische Hügelland.

 

Das Haus hat einen geistlichen Ursprung, ist nun aber schon seit 1967 in den sorgsamen Händen der Familie Neumeister. Was unterm Vater als kleiner Buschenschank begann, wandelte sich unter Albert und Anna Neumeister zu einem Lokal der Spitzengastronomie, bevor die Familie Neumeister das Konzept überdachte und vor sechs Jahren einem extrem jungen Koch, Harald Irka, die Küche übergab. Der heute erst 23 Jahre alte Küchenchef reifte bei der Familie Neumeister aber wie der Wein.

Drei Hauben.

„Wie der Harald Irka das erste Mal vorgekocht hat“, erinnert sich Albert Neumeister, „haben wir sofort gespürt, dass er außergewöhnlich ist. Es war damals die Phase, in der wir gemeint haben, dass wir nie wieder Hauben-Küche machen wollen, sondern vielmehr eine gute, regionale. Und dann haben wir den Burschen zwei Jahre im Haus gehabt“, erzählt Albert Neumeister schmunzelnd, „als er gesagt hat: ,Herr Neumeister, können wir uns nicht doch wieder bewerten lassen?‘. Diese Chance wollten wir dem jungen Mann nicht verwehren – und heute haben wir wieder drei Hauben.“ Schon beim Gedeck verstehen wir, warum der junge Koch so hoch dekoriert ist. Bei feinsten Grammeln auf zartestem Schmalz lassen wir uns das hausgemachte Traubenkernmehlbrot schmecken. Herausragend gut ist der Aufstrich aus geräuchertem Kalbshirn. Schon alleine dafür hat er sich eine Haube verdient. Und sie ist wohl eine der Spezialitäten des Hauses, die niemand versäumen sollte zu probieren. Sommelier Stefan, ein junger Südoststeirer, der sein Handwerk in Berlin „in diversen Spelunken“ gelernt hat und durch Charme, Witz und Wissen besticht, serviert dazu einen hauseigenen Wein, einen Gelben Muskateller von 2014, „mit wenig Alkohol, wenig Säure – also gerade richtig zum Einschwingen“. Dabei müsste man, so idyllisch wie es hier ist, eigentlich sagen zum Ausschwingen. Mit jedem Gang wird man ruhiger, entspannter, gelassener. Wer dabei nicht auf die hohe Kunst von Stefan verzichten möchte, der zu jedem Gang die ideale Weinbegleitung findet, der sichert sich am besten vorab ein Zimmer in der Saziani Stub’n.

»Wir haben sofort gespürt, dass Harald Irka außergewöhnlich ist.«

Albert Neumeister

Vom Gastgarten aus genießt man nicht nur der Neumeisters Kochkunst, sondern auch einen herrlichen Blick über die Weinberge.

Leichte Küche.

Wir tänzeln durch die jeweils fünf Gänge der beiden Menüs, die Harald Irka zusammengestellt hat. Mit den kleinen Überraschungen, die da als Grüße aus der Küche serviert werden, werden aus fünf schnell sieben oder acht Gänge. Doch keine Sorge, das schafft man schon. Auch wenn es einem manchmal gar nicht leicht fällt, die Komposition, die Harald Irka so liebevoll auf den Tellern anrichtet, zu zerstören.

 

Apropos Teller: Nicht zuletzt an diesen erkennt man, wie durchgängig und bis in letzte Detail reichend die Aufmerksamkeit der Familie Neumeister ist. Die Teller stammen von Michaela Hösch, einer jungen Dame aus Gnas, „die das Töpfern in England studierte und sich auch den Ton von dort schicken lässt“, erklärt uns Anna Neumeister, und sie scheint richtig mit der Gnaserin mitzufühlen, wenn sie davon erzählt, welche Arbeit es war, die ganze Ausstattung für die Saziani Stub’n zu machen, wo Michaela Hösch doch nur einen kleinen Ofen zum Brennen hat, in den vielleicht vier Teller gleichzeitig passen.

Küchenchef Harald Irka ist trotz seiner Jugend bereits ein wahrer Meister.

Der Sharan in Zahlen

(unser Testfahrzeug)


Motorisierung:
2,0 l TDI 110 kW/150 PS SCR 4MOTION
Getriebe: 6-Gang-Schaltgetriebe
Verbrauch (kombiniert): 5,7 l/100 km
CO₂-Emission in g/km: 147 g/km
Beschleunigung (von 0 auf 100):
10,6 sek
Höchstgeschwindigkeit: 198 km/h
Ausstattungshighlights (Highline):
Klimaanlage „Climatronic“ mit 3-Zonen-Temperaturregelung, Multifunktions-Lederlenkrad (3 Speichen) mit Alu-Dekor, Radio „Composition Colour“, Automatische Distanzregelung ACC, Front Assist inkl. City-Notbremsfunktion, Multikollisionsbremse, 4MOTION-Allradantrieb u.v.m.
Preis: ab EUR 33.070,–

Ein kleiner Überblick.

Und Teller brauchen wir viele; für das Selleriesüppchen mit Sellerie-Tacco und Brunnenkresse, für die konfierten Wiener Schnecken samt Weizenrisotto mit Heckenzwiebelcreme und wildem Brokkoli, für das Herzbries vom Milchkalb mit Sonnenblumenkernrisotto, für den gerösteten Topinambur mit Lammnieren-Popcorn. Es sind dies weniger Gerichte als Gedichte. Vielleicht hat Harald Irka auch deshalb nun ein Buch herausgebracht. Es ist ein Kochbuch, das einige seiner Geheimnisse lüftet.

 

Wir packen eines zwischen die zahlreichen Weinkartons, bevor wir wieder aufbrechen und über die Sterzautobahn, wie die Einheimischen die L 208 nennen, nach einem Abstecher bei den Winzern an der Südsteirischen Weinstraße mit dem wertvoll und gut beladenen Sharan wieder den Heimweg antreten.